Zeigt mein Hund Verhaltensstörungen?

Rex verträgt sich nicht mit Artgenossen, Sissi bellt ununterbrochen, Arco hat Angst vor Autofahrten.
Nein, das sind keine Verhaltensstörungen!

Leider wird viel zu schnell behauptet, daß ein Hund eine Verhaltensstörung aufweist.

Neben Verhaltensstörung gibt es auch Unerwünschtes Verhalten. Das ist ein für die Tierart oder das einzelne Individuum arttypisches und normales Verhalten, das den Tierbesitzer stört, den Hund aber nicht.

Beispiele zu unerwünschtem Verhalten:
Traumatische Erlebnisse die beim Hund Ängste verursacht haben oder aber Ängste im Zusammenhang mit Objekten oder Ereignissen, welche in der Vergangenheit ausgelöst wurden (z. B. Angst vor Männern mit Vollbart, Angst vor Menschen in Motorradbekleidung, Angst vor Gewitter, etc.).

Es kann aber auch das Zerstören von Gegenständen, wie Teppich sein, das Jagen von Joggern und Radfahren, Urinieren im Haushalt, Zerstören von Fußbällen, Anspringen von Menschen etc.In den seltensten Fällen zeigt ein Hund echte Verhaltensstörungen. Oft liegt das Problem an

unzureichender Fürsorge- und Haltungsbedingungen (auch Langeweile und Stress)
falsch aufgebaute Beziehungen zwischen Mensch und Tier
falsche Anforderungen des Menschen dem Tier gegenüber

Mangelhafte Kenntnisse über das natürliche Verhalten und einer artgerechten Haltung des Hundes kommen als Auslöser für Verhaltensprobleme in Betracht.


Was also versteht man unter einer Verhaltensstörung beim Hund?

Als echte Verhaltensstörung hingegen wird eine Verhaltensanomalie bezeichnet, also jedes von der Norm abweichende Verhalten, das dem Hund schadet.

Verhaltensstörungen entstehen vor allem, wenn sich Tiere nicht mehr an veränderte extreme Umweltbedingungen anpassen können. Auch Stereotypien - ständige, gleichförmige Wiederholungen von Verhaltensweisen sind zu den Verhaltensstörungen zu zählen

Weitere Beispiele:
Übermäßiges Trinken, zwanghaftes Starren, wie auch Selbstverstümmelung durch aggressives Beißen in den Schwanz oder die Pfoten.

Wichtig ist vorallem, daß eine organische Erkrankung beim Hund ausgeschlossen wird.